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Einzug in die erste eigene Wohnung geglückt

Einzug in die erste eigene Wohnung geglückt

Artikel in der OTZ vom 09. April 2020

Zeitungsartikel OTZ vom 09.04.2020
Einzug in die erste eigene Wohnung

Otegau GmbH und weitere Vereine unterstützen auch in der Corona-Krise junge Erwachsene

Von Christiane Kneisel

Gera. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Bildungsträger in Gera, insbesondere die Otegau GmbH, aber auch soziale Vereine wie der Streetwork Gera, für die Öffentlichkeit schließen. Dadurch entfallen momentan wichtige Anlaufstellen mit persönlichen Gesprächen für Jugendliche und junge Erwachsene, die sozialpädagogischer Unterstützung bedürfen, informiert die Otegau.
Elaine Becker, Koordinatorin und Sozialpädagogin der Otegau, führt regelmäßig telefonische Gespräche mit den Teilnehmern des Projektes und versucht auf diesem Weg die Probleme der Jugendlichen zu klären. Beispielsweise auch das von Marcel.

Einzug wegen Kontaktsperre ungewiss
Der junge Mann war seit November vergangenen Jahres ohne festen Wohnsitz. Am 1. April 2020 sollte er endlich in seine erste eigene Wohnung ziehen. Aufgrund der verhängten Kontaktsperre blieben die Wohnungsübergabe und der Einzug bis zum Schluss sehr ungewiss.

Möbel für die eigenen vier Wände gestellt
Dank der engen Zusammenarbeit mit dem Streetwork Gera, insbesondere mit dem Sozialpädagogen und Streetworker Michael Schindler, konnte die Wohnung letztlich doch noch übergeben werden. Marcel zog am 1. April in die eigenen vier Wände. Der Streetwork stellte Marcel zudem Möbel aus dem vereinsinternen Möbellager zur Verfügung, so dass aus den leeren Räumen ein Zuhause werden konnte. 

Viel Vorarbeit war für den Einzug vonnöten
„Es war viel Vorarbeit vonnöten, damit alles gelingen konnte. Wir hatten zahlreiche Wohnungsbesichtigungen und auch die eine oder andere Wohnung im Angebot, die aber aufgrund von Absagen scheiterte. Hilfe kam dann vom Sozialamt“, sagt Elaine Becker im Gespräch mit der Redaktion. Es sei insgesamt ein sehr zeitintensives, mit Ängsten verbundenes Projekt gewesen, bei dem auch Marcel immer mal Mut gemacht werden musste, so Elaine Becker. Umso glücklicher sind alle Beteiligten jetzt, dass das Projekt nun gelang. Elaine Becker betreut selbst aktuell aus dem Homeoffice heraus ein weiteres Projekt für Jugendliche – gemeinsam mit Pädagogin Kristin Badura das Projekt „Juwel“ – Jugendwerkstatt Lernen für Langzeitarbeitslose von 16 bis 30 Jahren. „Es ist wichtig, auch in einer schwierigen Zeit wie dieser, die Angebote für junge Leute aufrecht zu erhalten und den Kontakt nicht abreißen zu lassen“, betont sie. „Egal, welche Nöte und Sorgen sie haben, die jungen Leute können jederzeit auf uns zukommen. Jetzt eben telefonisch oder per E-Mail“, versichert Elaine Becker.